Wissenswertes über Satellitenbilder

Die Satellitenbilder stammen vom Satelliten Meteosat, der in ca. 37 000 km Höhe über dem Schnittpunkt des Äquators mit dem Nullmeridian (Meridian durch Greenwich) steht. Solch ein Satellit hat eine Umlaufdauer von 24 Stunden und heißt geostationär. Ein geostationärer Satellit erscheint relativ zur Erde fixiert, sieht also immer denselben Teilbereich und sendet alle halben Stunden ein Bild dieses Ausschnittes. Die Zeit, die im Satellitenbild eingeblendet ist, ist UTC Zeit (Universal Time Coordinated), die der Greenwich Zeit (GMT: Greenwich Mean Time) entspricht. Diese unterscheidet sich von der jeweiligen Lokalzeit (in Mitteleuropa ist es z.B. bereits eine Stunde, während der Sommerzeit zwei Stunden später).

Die wiedergegeben Bilder sind sogenannte IR-Bilder, die die infrarote (IR) Strahlung zeigen; das ist jene Strahlung, die Erde und Wolken aufgrund ihrer Temperatur aussenden und die im Satellitenbild entsprechen ihrer Intensität in Graustufen umgesetzt wird. In der üblichen Darstellung von Satellitenbildern stellen graue bis weiße Gebiete kalte Temperaturen und somit Bewölkung mit unterschiedlich warmen Obergrenzen dar, graue bis schwarze Gebiete jedoch warme Temperaturen und somit wolkenfreies Land oder Meer. An vielen Wetterdiensten wurden davon abweichende Darstellungen des Satellitenbildes entwickelt, die eine leichtere Interpretation ermöglichen. Tiefere, also wärmere Wolken über Land oder Meer erscheinen in helleren Farbstufen des jeweiligen Untergrundes.

IR-Bilder haben gegenüber den bekannten VIS(visible)-Bildern, die den Bereich der sichtbaren Sonnenstrahlung wiedergeben, den Vorteil, daß sie rund um die Uhr vorhanden sind, also auch in der Nacht, in der es keine Sonnenstrahlung und daher keine VIS-Bilder gibt.

Die Graustufen (bzw. Farbtöne) in einem IR-Bild sind ein Werkzeug für die Erkennung und Diagnose typischer Wolkensysteme. Ein bekanntes Beispiel für warme Wolkenobergrenzen ist Nebel, hingegen kann man für kalte Wolkenobergrenzen (weiß) Gewitterwolken, Wetterfronten und hohe Cirruswolken (Schleierwolken) anführen. Die Erwärmung des wolkenfreien Landes durch die Sonneneinstrahlung im Laufe eines Tages erkennt man ebenfalls in den IR-Bildern durch das dunkler werden etwa bis zum frühen Nachmittag, was insbesondere in den Mittelmeerländern und Nordafrika leicht beobachtbar ist.

Neben den Graustufen sind Konfiguration und Musterung der Bewölkung ebenso wichtige Unterscheidungsmerkmale. So erkennt man lange und breite Wolkenbänder, die häufig Wetterfronten begleiten, Wolkenspiralen, welche Tiefdruckwirbel anzeigen und große Gebiete, meist in der Kaltluft auf der Rückseite der Wetterfronten, die mit kleinen Wolkenzellen erfüllt sind; letztere bilden sich, wenn die kalte Luft über einen warmen Untergrund strömt.

Neben den eben erwähnten Wolkensystemen gibt es jedoch eine Vielzahl anderer, die vom Meteorologen diagnostiziert werden müssen.

NOA Sattelitenbilder sind aus einer Höhe von rund 600 KM aufgenommen und dadurch in der Detailauflösung erheblich besser. Bei wolkenlosem Himmel sind sogar Flüsse wie der Rhein zu erkennen. In den Wintermonaten sind auch sehr gut die zum Teil schneefreien Alpentäler zu erkennen.

Weitere Erläuterungen zu Sattelitenbildern gibt es auf der Seite von Gerhard Torka (hervorragend)